Lokalaugenschein
Lokalaugenschein: SK Sturm - SK Austria Kärnten in der UPC Arena
26.04.2008 - 05:23

„Wenn Sturm deine Religion ist, dann sind wir deine Kirche“ ... dieser nette Satz über dem Sturm-Treff im UPC- Stadion in Liebenau erfreut auch ein junges Atheisten Herz. So betrachtet folgen dann 90 Minuten „Feldmesse“ am heiligen Grün ... und es sollte ein Fest in Schwarz/Weiß werden.


Die Voraussetzungen waren denkbar günstig. Mit Kärnten eine, zwar zuletzt erstarkte, aber über die Saison gesehen, doch recht schwache Mannschaft zu Gast in Graz, zu Gast beim SK Sturm, einer, der im eigenen Hause stärksten Mannschaften, der nun zu Ende gehenden Fußballmeisterschaft. Zudem ging es für Kärnten in der letzten Runde um „Nichts“ mehr, hatten sie ihr Verbleiben in der höchsten Spielklasse bereits fixiert. Sturm hingegen wollte den tollen Vierten Platz in der Tabelle halten bzw. durch ein wenig Schützenhilfe von den Tirolern wäre auch der Platz Drei möglich geworden.

Vor Spielbeginn ein paar Worte vom Herrn Präsidenten, von einem Präsidenten, der wieder beliebt ist unterm „Fußballvolke“. Die Sturm- Anhängerschaft dankt es ihm ... auch mit fantastischen Besucherzahlen über die ganze Saison gesehen. Unsere Nummer 1, Christian Gratzei, bekam noch die Auszeichnung zum Besten Tormann der Meisterschaft überreicht und die Verabschiedung zweier weiterer Publikumslieblinge im Anschluss an das folgende Spiel wurde angekündigt.


Dann wurde endlich angepfiffen. Für uns fast Englische Verhältnisse, durften wir dem gänzlich ausverkauftem Spiel doch aus der vierten Reihe, also keine drei Meter von der Feldgrenze entfernt, folgen. Eine tolle Sache, so ganz ohne Überdachung, nachdem der zarte Regen der Sonne gewichen war. glücklich

Sturm, wie man es von den jungen Wilden gewohnt ist, begann druckvoll und kam gleich zu einigen Chancen. Von der ersten Minute an war erkennbar, wer Herr im Hause ist und so ließen sie uns auch nicht lange warten, bis wir erstmals schreiend aufspringen durften. Unser Sebastian „Basti“ Prödl, der ja bald bei Werder Bremen auflaufen wird, köpfelte nach schönem Eckball von Säumel, den Ball dankend ein. Das Fest konnte beginnen. Den zweiten Freudenschrei verdanken wird dann dem „nicht der Richtige aber der Beste“ Mario Hass. Vom Teamchef verschmäht, von der Sturmanhängerschaft für sein Tor zum 2:0 (wiederum die Vorlage durch unseren Kapitän Säumel) gefeiert. Dass Schüsschen unmittelbar vor dem Pausenpfiff eines Kärtners, dass sich unglücklich ins Sturmtor verirrte, konnte der ausgelassenen Stimmung keinen Abbruch tun.
Sturm spielte auch nach der Pause sehr schönen Fußball und ein Zusammenspiel von Stankovic und Kienzl, dass dieser mit einem Tor vollendete, fixierte den Endstand.


Nach dem Schlusspfiff ging es diesmal aber erst richtig los. Nun wurden die Stadiontore für die Zuseher geöffnet und binnen weniger Minuten war die „Wiesn“ voll von Menschen in Schwarz/Weiß, die singend und tanzend für eine wunderbare Kulisse sorgten. Menschentrauben rund um die am Feld gebliebenen Sturmkicker, Verabschiedung der „Sturmlegende“ Pepi Schicklgruber, Tränen von Säumel, ein Prödl, dem man ansah, dass es ihm in der Sturmfamilie sehr gut gefallen hat, Emotionen, ... hätte man es nicht gewusst, hätte man meinen können, Sturm feiert den Titelgewinn ...


Irgendwann verlagerte sich das Geschehen auf den Stadionvorplatz wo noch bis in die Nach gefeiert wurde. Erst dann wurde es wieder ein wenig lichter am Rasen und nun wagten auch wir uns auf das Heiligste eines Fußballerherzens ... und ich schwärme noch heute davon ... so a Wiesn hob i no net gsegn ... einfach wunderbar. Voll Ehrfurcht setzt man Fuß um Fuß und berührt ganz zaghaft das perfekte Gras. Einmal hier kicken dürfen ... Naja, daraus wird vermutlich nix werden, aber der Moment ist trotzdem schön. Das letzte Mal bin ich im Ernst-Happel-Stadion „aufgelaufen“, vor mittlerweile doch schon einigen Jahren. Damals hatte Sturm soeben den Cup gewonnen gegen die Vienna ... Damals wars der Titelgewinn, der mich begeisterte, heute das Grün ... Ein paar Photos zeugen von unserer „kindlichen“ (?) Begeisterung. Mit einem kurzen Besuch am Stadionvorplatz verabschiedeten auch wir uns von der Saison 07/08 und von unserer „Kirche“ glücklich


michi


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